Kinesio Tape selber kleben: So tapen Sie Schmerzstern & Co. richtig
Wie können Sie ein Kinesio Tape selber kleben? Basenio.de gibt Tipps und eine Anleitung zu Schmerzstern & Co.
Kinesiologische Tapes - oder Kinesio-Tapes beziehungsweise Kinesiologie Tapes - können therapieunterstützend eingesetzt werden, wenn Menschen Probleme mit den Muskeln, Gelenken, dem Nerven- oder Lymphsystem haben. Dann setzen vor allem Physiotherapeuten und Kinesiologen auf die Tapes, die direkt auf die Haut geklebt werden.
Auch wenn es manchem vorkommt, als seien die „Klebestreifen“ willkürlich in Anzahl und Richtung auf dem Körper verteilt, steckt doch eine präzise Technik dahinter. Wer richtig tapt, kann heilende Prozesse unterstützen.
Anlagetechniken mit kinesiologischen Tapes
Grundsätzlich soll ein Tapeverband Gewebestrukturen anheben und den Durchfluss von Körperflüssigkeiten erleichtern. Unterschiedliche medizinische Indikationen verlangen jedoch nach unterschiedlichen Anlagetechniken der kinesiologischen Tapes. Drei mögliche Techniken sind die Muskelanlage, die Lymphanlage und die Korrekturanlage.
Bei der Muskelanlage sollen die Tapes die Spannung des Muskels – also den Muskeltonus – beeinflussen. Man kann das Tape so aufkleben, dass es entweder tonisiert (anspannt) oder detonisiert (entspannt). Diese Technik wird therapiebegleitend bei Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur angewendet. Das kinesiologische Tape wird hier vom Muskelansatz zum Muskelursprung geklebt.
Bei der Lymphanlage sollen die Tapes den Abtransport von Lymphflüssigkeit begünstigen. Das soll dem sogenannten Lymphstau vorbeugen, bei dem betroffene Körperpartien anschwellen können. Hämatome und geschwollene Knöchel seien hier nur als Beispiele für einen solchen Stau genannt. Auch bei Schwangeren können die Tapes helfen. Sind beispielsweise die Finger angeschwollen, können sie so getapt werden, dass auch hier die Lymphflüssigkeit besser abfließen kann. Die natürliche Drainage wird also unterstützt, indem die Tapes am Verlauf der Lymphbahnen geklebt werden.
Bei der Korrekturanlage sollen physische Fehlstellungen korrigiert werden. Eine häufige Indikation bei der sie angewendet wird, ist das Impingement-Syndrom. Dabei sind Sehnen oder Muskeln in einem Gelenk eingeklemmt und lösen dadurch Schmerzen aus. Häufige Ursache dafür ist eine falsche Körperhaltung.
Tape-Formen
Die jeweiligen Anlagetechniken können mit unterschiedlichen Formen getapt werden. Dabei kommt es darauf an, wie die Gewebestruktur unter der Haut unterstützt werden soll. In der Praxis haben sich mehrere Formen etabliert, von denen hier nur einige gezeigt werden:
I-Form
Hier wird das kinesiologische Tape als kompletter Streifen so aufgeklebt, dass die Form einem großen „I“ ähnelt.
Y-Form
Das kinesiologische Tape wird eingeschnitten, bevor man es aufklebt. Zunächst wird nun der Ansatz aufgeklebt und festgestrichen, dann macht man die beiden „Arme“ des Ypsilons nacheinander fest.
Lymph-Tape
Gebräuchlich sind hier gerade und in Wellen verlaufende Tape-Formen. Auch hier wird der Ansatz zuerst aufgeklebt und dann die zuvor eingeschnittenen Streifen.
Sonnen-Tape
Wird oft im Schulterbereich angewendet. Zunächst wird der Ansatz auf die schmerzende Stelle geklebt, bevor die Streifen in Strahlenform davon „weggeklebt“ werden. Um das Gebilde werden dann einzelne Streifen als Kreis angebracht. So bleiben die „Sonnenstrahlen“ fest.
Jellyfish-Tape
Auch hier ist die Form namensgebend. Das kinesiologische Tape wird in Form einer Qualle (engl. = „jellyfish“) aufgeklebt. Das Tape wird vorm Aufkleben in Streifen geschnitten.
Schmerzstern
Dabei werden in der Regel vier Streifen in Sternform übereinander geklebt. Die Mitte des Sterns wird über der schmerzenden Stelle angebracht. Durch das Tape soll der Schmerz gelindert werden.
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Tipps zur Anwendung
Prinzipiell können kinesiologische Tapes bei Patienten jeden Alters aufgeklebt werden. Wer allerdings allergisch auf den Klebstoff reagiert, sollte die Tapes nicht verwenden. Einige Hersteller haben für empfindliche Haut eine sensitive Variante entwickelt, die Hautirritationen vorbeugen soll. Doch auch wenn die Tapes dermatologisch getestet worden sind, ist das keine Garantie für eine gute Hautverträglichkeit. Wenn sich nach einiger Zeit ein Ausschlag bilden sollte, dann wird empfohlen, die Tapes vom Körper abzuziehen.
Ansonsten gilt, dass man das kinesiologische Tape so lange auf der Haut lassen sollte, bis es sich von alleine löst oder es im Rahmen der Therapie ausgewechselt wird. Qualitativ hochwertige Tapes halten auch beim Duschgang. Zwar werden Stoff und Kleben dabei nass, lassen sich aber bei solchen Produkten wieder trockenföhnen. Auf ein Vollbad sollte man allerdings verzichten, wenn man getapt ist.
Kinesiologische Tapes werden in der Regel schon mit einer 10- bis 15-prozentigen Vorspannung hergestellt. Deswegen ist das Material elastisch und lässt sich dehnen.
Bevor man die Tapes aufklebt, sollten die Ecken der Streifen abgerundet werden. Das hat einen praktischen Hintergrund. Zieht man ein Kleidungsstück über das aufgeklebte Tape, bieten die Rundungen weniger Widerstand als Ecken. So bleiben die Streifen länger haften. Das gelingt auch, wenn man die betreffende Körperstelle enthaart, bevor sie beklebt wird. Allerdings sollte das Tape nicht auf eine frisch rasierte Stelle aufgetragen werden, da sich Rasurwunden durch den Kleber entzünden können.
Das Tape lässt sich leichter aufkleben, wenn man den Papierstreifen ähnlich wie bei einem Pflaster auf der Rückseite vorher teilt. Dann zieht man den Papierstreifen ab und klebt erst den einen Teil des Tapes an und dann den anderen. Um die kinesiologischen Tapes zuzuschneiden, sollte unbedingt eine scharfe Schere verwendet werden. Stumpfe Schneiden machen den Schnitt unsauber und das Tape verliert an Haftkraft. Der Hafteffekt lässt sich jedoch steigern, wenn man direkt nach dem Aufkleben mehrfach über das Tape streicht. Dadurch erwärmt sich der Klebstoff und hält besser auf der Haut.
Wenn man das kinesiologische Tape aufklebt, sollte die betreffende Körperpartie gestreckt beziehungsweise gespannt werden. Wird es beispielsweise im Nacken aufgetragen, sollte der Kopf auf die Brust gelegt werden. Wenn es im Hüftbereich geklebt wird, dann sollte man den Oberkörper nach vorne beugen. Geht man dann in seine normale Position zurück, bilden sich kleine Wellen im Tape und der Haut. So sollen die Tapes ihre Wirkung am besten entfalten können.
Früher gab es die kinesiologischen Tapes nur in Hautfarbe, heute gibt es sie in vielen Farben. Einige Kinesiologen gehen davon aus, dass auch Farben eine heilende Wirkung haben. Diese Annahme beruht auf der Farbenlehre.
Wirkung kinesiologischer Tapes umstritten
Auch wenn Therapeuten gute Erfahrungen mit den kinesiologischen Tapes bei der Behandlung ihrer Patienten gemacht haben: Eine aussagekräftige Studie, die den Nutzen belegt, gibt es derzeit nicht.
Daher ist es auch umstritten, ob die Tapes präventiven Nutzen haben. Sie sollen Schmerzen und Entzündungen lindern, wenn sie bereits bestehen. Wer Schmerzen vorbeugen will, sollte stattdessen auf spezielle Bandagen zurückgreifen, die Gelenke stabilisieren.
Achten Sie bei kinesiologischen Tapes auf die Inhaltsstoffe des Klebers. Bei manchen Produkten sind halogenorganische Verbindungen enthalten, die Krebs verursachen können.
Cross Tapes: „Der kleine Zwilling“
Cross Tape aufkleben
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Diese kleinen gitterförmigen Tapes sind wie die kinesiologischen Tapes selbstklebend. Auch sie werden direkt auf die Haut geklebt und sollen gegen Schmerzen helfen. Ein wissenschaftlicher Befund zur Wirkung steht allerdings auch hier noch aus. Fakt ist, dass die kleinen Tapes mehrere Tage getragen werden sollen, damit sie Schmerzen lindern können.
Die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekte sollen den Herstellern nach auf dem Prinzip von Akupunktur oder Akupressur beruhen. Der Energiefluss soll an den entsprechenden Stellen positiv beeinflusst werden. Pharmazeutische Wirkstoffe enthalten die Tapes indes nicht.
Für den Energie-Effekt spricht, dass Cross Tapes elektrostatisch aufgeladen sind. Lässt man sie über die Haut „wandern“, senken sie sich an einer Stelle, an der der Energiefluss im Körper beeinträchtigt ist.
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